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Historie

Vom Werden unserer Schule – ein langer Prozess

Die Schule ist Wirkung und Ausdruck ihrer Zeit. So finden wir im fürst­lichen Mittelalter, z. Z. der Ober-Ramstädter Stadtrechtverleihung, die „Fürsten- oder Laienschulen“ an denen nur der Adel, die Theologen und Juristen ausgebildet wurden.

Gelehrt wurde in Latein, um sich damit vom gemeinen Volk zu distan­zieren.
Erst mit der Reformation, mit Luthers einheitlicher Schriftsprache kam der Gedanke der Volksbildung zur Anwendung. Von Bürgermeistern und Ratsherren der Städte wurden „Schulen des Volkes“ gefordert.
Aber lange noch war Unterrichtung auf die Wintermonate beschränkt oder von Geistlichen nebenamtlich ausgeführt. In Ober-Ramstadt unterwies der Pfarrer, Christoph Orth seit 1554 in einer Privatschule die Kinder, damit sie Gebete schreiben und lesen lernten.
1581 wurde dann die Ober-Ramstädter Volksschule vom Theologen und Superintendenten Johann Angelus gegründet.
Als dann der 30jährige Krieg sich verheerend auch auf das Schulwesen aus­gewirkt hatte, setzten sich immer wieder  besonders aktive Pfarrer für die Verbesserung des Unterrichts ein.
Auch wenn im Anfang der Unterricht nicht regelmäßig durchgeführt wurde, schenkte nun auch der Landgraf dem Schulwesen zunehmend seine Aufmerksamkeit. Der Schuldienst galt aber weiterhin als Durch­gangsstation zum Pfarramte. In Ober-Ramstadt bestand bis 1778 eine sogenannte Mitpredigerstelle an der Volksschule, die eine standes­gemäße Bezahlung der studierten Schul­meister sicherte.

Unter Pfarrer Balthasar Reichard wurde die neue Kirche gebaut und 1721 der Schule und der Gemeinde ein Schulgut gegeben, damit der Lehrer finanziell unabhängig wurde. Das Schulhaus befand sich in der Kirchstraße 1. 
1778 wurde eine zweite Lehrerstelle eingerichtet und als 2. Schulstelle auf dem Grundstück Schulstraße 6 untergebracht. Ab jetzt wurde getrennter Unterricht für Mädels und Jungen durchgeführt.
Die Gemeinde vergrößerte sich ständig, 1831 wurde eine dritte Lehrerstelle geschaffen. Es wurden damals bereits 428 Kinder in drei Abteilungen unterrichtet. Die „Lehrstellen“ der Schule vergab die Staatsregierung. Der eine Lehrer versah neben seinem Schuldienst das Amt des „Mitpredigers“, der andere war gleichzeitig Glöckner. Bis Ende des 19. Jahrhunderts kamen dann stetig neue „Lehrstellen“ dazu, die verstreut in Ober-Ramstadt untergebracht waren. Zehn Lehrkräfte unterrichteten in 12 Schulklassen.
1905 fassten die Gemeindeväter diese verstreuten Lehrstellen zusammen und erstellten einen gemeinsamen Schulraum: die Schießberg-Schule (unser heutiges Schießberg-Gebäude der Hans-Gustav-Röhr-Schule an der Schulstraße).
 
Verheerend wirkten sich wiederum die beiden Weltkriege (1914 – 1918 und 1939 – 1945) auf das hiesige Schulwesen aus.
Mit Mühe und kurzen Unterbrechungen konnte der Unterrichtsbetrieb aufrechterhalten werden.
 
Als am 29. Oktober 1945 der geregelte Unterricht wieder aufgenommen wurde, unterrichteten 4 Lehrkräfte 745 Kinder. 
(Die Schülerzahl stieg ständig durch Evakuierte und Vertriebene; sie erreichte 1949 mit 992 Schülern die Höchstzahl).
Die Kriegsfolgen zeigten sich stark an ausgehungerten Kindern und im Mai 1947 begann man mit der Schulspeisung.
Das Lehrmittelzimmer der Schießbergschule diente als Lagerraum für die Speisen, gekocht wurde in der sogenannten „Kochschule“ in der Darmstädter Straße. Das fertige Essen wurde von Schulkindern mit einem Handwagen in die verschiedenen verstreut liegenden Schulgebäude gebracht (z.B. in die Gewerbeschule).
An der Schulspeisung nahmen im Anfang etwa 800 Kinder in Ober-Ramstadt teil, den Lehrern war dies verboten.
Da der Gemeinde die notwendigen Mittel zur Gestaltung geordneter Schulverhältnisse kurz nach dem zweiten Weltkrieg fehlten, wurde auf Initiative der Schul- und Gemeindeverwaltung bei der Einwohnerschaft eine Geldsammlung durchgeführt. Nur so konnten die Gebäude wieder hergestellt werden, weitere Säle mit Mobiliar eingerichtet und Lehrmittel angeschafft werden.
 
Ein ministerieller Erlass vom 19. Mai 1949 verfügte darüber, dass der erste Elternbeirat eingerichtet wurde. Von Anfang an war dieser Eltern­beirat aktiv mitbeteiligt bei der Planung eines neuen Schulhauses und bei der Organisation von Elternspende. Die sogenannten Normal- und Aufbau­klassen (8 Jahre Schulpflicht oder 10 Jahre „Mittelschule“) sammelten auf verschiedenen Konten die Gelder. Die Elternbeiträge wurden namentlich in Spendenlisten geführt.
Die Gemeindeväter stimmten dann 1951 der Schulkommission und dem Elternbeirat zu, das Baugelände auf dem Steinreh für den neuen Schulbau auszuweisen. 
 
Immer dringender wurde neuer Schulraum benötigt; das zeigte auch der Bedarf, für leistungsschwache Kinder eine „Sonderschulklasse“ 1951 einrichten zu müssen.
 
Mit Planung und Fertigstellung wurde es dann 1957 bis die neue Schule, die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule ihrer Bestimmung übergeben werden konnte.
Erst jetzt konnten die Schülermassen altersgruppengemäß getrennte Schulgebäude beziehen, die dann allerdings 1967 wiederum durch weitere Gebäudekomplexe ergänzt wurden.
 
Die Schießbergschule wurde nun  zur „Elementarschule“ für Grundschulkinder in Ober-Ramstadt. Erst eine weitere Schulbaugründung auf dem Eiche 1972 verlagerte diese Grundschul­bildung für Ober-Ram­städter Kinder dann maßgebend. Jetzt wurde das Schießberggebäude zur Dependance der Eiche-Grundschule.
 
Da die Gemeinde aber weiter anwuchs,  Schulraumprobleme sich abermals einstellten, mussten einige Jahrzehnte später wiederum neue Lösungen gefunden werden die Schülerströme sinnvoll zu lenken und zu organisieren. Neubauten entstanden und ein „Schulkarussell“ zwischen Nieder- und Ober-Ramstadt sowie zwischen den Schulgebäuden innerhalb Ober-Ramstadts begann.
 
Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule bezog 1971 als Gesamtschule neue Gebäude des erweiterten Geländes auf dem Steinreh.
 
1995 bildete man dann die sogenannte „2. Grundschule“, neben der Eiche-Schule. Sie wurde räumlich untergebracht in den Gebäudeteilen der „alten“ Lichtenberg-Schule auf dem Steinrehweg und der „alten“ Schießbergschule, die zu der Zeit noch eine Dependance der Eiche-Schule war.
 
Diese, unsere Grundschule, erhielt 1997 den Namen Hans-Gustav-Röhr-Schule. Sie besteht also dieses Jahr, 2008, genau 13 Jahre und kann sich rühmen, einen Gebäudekomplex integriert zu haben, der vor 100 Jahren, 1905, eingeweiht wurde.
 
Wir arbeiten in unserem Schulbezirk mit 230 Kindern in den Schuljahrgängen
1 – 4. Wir unterrichten in einer Vorklasse, halten sprach­liche Vorlaufkurse für Schulanfänger ab und bieten Betreuungsmöglich­keiten für Schulkinder bis 15.00 Uhr an.
 
Heute können wir behaupten, alt und neu ist zusammengewachsen. Die Hans-Gustav-Röhr-Schule ist zu einer Einheit geworden. Sowohl die Lehrerschaft als auch die Schülerschar, die in den getrennten Gebäudekomplexen untergebracht sind, fühlen sich zusammengehörend.
 
Auch wenn die räumliche Trennung oftmals beschwerlich in Organisation und Arbeitsablauf empfunden wird, wollen wir weder auf das weite Gelände der Streinrehgebäude, noch auf das gediegene alte Schießberggebäude in der Schulstraße verzichten. Zu der Hans-Gustav-Röhr-Schule gehört alt und jung, Solides und Erweiterungsfähiges.        
 
 
 


 

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